Ein blick hinter die seiten

Tauchen Sie ein in die Welt von Andrea Güllmann. Hier finden Sie sorgfältig ausgewählte Leseproben aus unserem Pferdebuch und Gedichtband. Wir möchten Ihnen nicht nur einen Vorgeschmack auf die Geschichten und Verse geben, sondern auch vermitteln, worum es uns geht und wie wir versuchen, unsere Botschaften zu übermitteln. Lassen Sie sich berühren, inspirieren und zum Nachdenken anregen. Wir freuen uns darauf, Sie auf dieser Reise zu begleiten.

11. April 2026, Neue Leseprobe aus meinem Pferdebuch:
Von Pferden, die aus Pfützen trinken

Es ist an der Zeit, dass ich noch eine weitere Leseprobe hier ergänze, die ein Thema berührt, das leider immer aktueller wird. Es hat sich in den letzten Jahren die Unart vieler Reiter eingenistet, ihre Pferde bei jeder Gelegenheit anzuschnalzen. Ganz unabhängig davon, was das Pferd tun soll. So wird zur Begrüßung beim Betreten des Stalls geschnalzt, oder wenn das Pferd den Huf heben soll, aber auch wenn man es herlocken möchte oder zur Seite schiebt. Das ist für ein intelligentes Lebewesen, wie es ein Pferd eines ist, verwirrend und irreführend. Ich führe dies auf zwei Tatsachen zurück:

Erstens: Die meisten Reiter haben Hunde, die sie permanent mit Schnalzerei berieseln, um sie auf sich aufmerksam zu machen etc.

Zweitens: Die Reiter bekommen leider während ihrer Ausbildung durch die Trainer nicht beigebracht, wie schädlich und unpassend das Schnalzen in Gegenwart von Pferden ist.

Leseprobe: Heute schon geschnalzt? (12. Oktober)

Bitte nicht!!! Das ist so ziemlich die schlimmste Unart, die sich ein Reiter angewöhnen kann. Mama-Julie, die mich heute wieder mal besucht, um beim Longieren etwas zuzuschauen und zu lernen, fragt mich: „Aber warum denn? Bei den Schulpferden wird dauernd geschnalzt – auch die Trainer machen das.“ Ich erwidere: „Damit wollen sie das Pferd animieren, sich etwas fleißiger vorwärtszubewegen, weil der unerfahrene Reitschüler noch nicht in der Lage ist, dies selbst durch seine Reiterhilfen hinzubekommen. Es vereinfacht den Unterricht, da die Schulpferde daran gewöhnt sind. Meines Erachtens ist das keine gute Methode, da sich alle Pferde angesprochen fühlen. Das sollte man als Trainer tunlichst vermeiden. Noch wichtiger ist es aber aus meiner Sicht, dass man als Reiter beziehungsweise Reiterin tunlichst nicht schnalzt, insbesondere dann, wenn sich noch andere Pferde in der Nähe aufhalten."

Während ich das sage, denke ich an die Anforderungen, die heutzutage an Trainer gestellt werden und deren Qualifikation. Obwohl die Ansprüche an die Berufsgruppe der Amateurausbilder, das heißt der Trainer, die eine Trainerlizenz C, B oder A erwerben, den ehemaligen Anforderungen für den Reitwart FN (Fédération Équestre Nationale) und den Amateurreitlehrer entsprechen sollten, gibt es hier heute größere Unterschiede in der Trainer-Qualität. Meines Wissens war es früher Usus, dass die Kurse zum Reitwart FN und zum Amateurreitlehrer ausschließlich an den Landesreit- und Fahrschulen angeboten wurden. Dadurch war eine standardisierte gleichbleibende Qualität gegeben. Heute kann man die niedrigste Stufe, den Trainer C, bereits erlangen, wenn man ein 1–3-tägiges Vorbereitungsseminar besucht hat. Das wird nicht nur an den Landesreit- und Fahrschulen angeboten, und so kommt es, dass die Qualität sehr unterschiedlich ist. Das ist jedenfalls mein Kenntnisstand, aber ich möchte hier auf keinen Fall irgendjemandem zu nah treten oder etwas Falsches behaupten. Es gibt jedenfalls qualitative Unterschiede.

Mama-Julie bestätigt, dass es in der Qualität des Unterrichts bei den Reitlehrerinnen in dem Schulstall, in dem Lisa Unterricht bekommt, sehr große Unterschiede gibt. Das ist traurig und macht mich ärgerlich. Bitte nicht falsch verstehen. Ich bin halt von der alten Schule und habe 1977 meine Prüfung zum Reitwart FN an der Landesreit- und Fahrschule Rheinland absolviert, damals noch unter dem Schulleiter Albert Brandl. Es war, wenn ich mich recht entsinne, ein zweiwöchiger Lehrgang mit abschließender Prüfung durch entsprechend qualifizierte Richter. Selbstverständlich gibt es auch heute sehr gute Trainer und Trainerinnen, die all diese Basics genauso verinnerlicht haben, beachten und an ihre Reitschüler und Reitschülerinnen weitergeben. Leider vermisse ich das ein wenig bei einigen Trainern, bei denen Lisa sonst noch reitet, und leider auch bei einigen Reitern und Reiterinnen, die mich in der täglichen Arbeit mit Pferden umgeben.

Warum also bitte nicht schnalzen oder es zumindest vermeiden?

Ich erkläre wie folgt:

„Das hat verschiedene Gründe:
1. Schnalzen ist unspezifisch und laut und wird von allen Pferden wahrgenommen, ob sie nun gemeint sind oder aber auch nicht. Alle fühlen sich angesprochen. Wollen wir etwa, dass alle Pferde losdüsen, wenn irgendein Reiter oder Reitlehrer in der Nähe schnalzt? Nein, das wollen wir ganz sicher nicht! Woher soll das Pferd aber wissen, ob es gemeint ist oder nicht, wenn geschnalzt wird? Das kann es nicht wissen! Also bitte niemals schnalzen! In einem guten und qualifizierten Unterricht wird den Reitschülern und Reitschülerinnen direkt von Anfang an beigebracht, dass das Schnalzen NICHT zu den vorwärtstreibenden Hilfen gehört.
2. Auf Dressurturnieren kann es zu Punktabzug kommen, wenn der Reiter schnalzt. Richter klassifizieren das Schnalzen mit Recht als reiterliches Unvermögen. Auch beim Springen macht es einen schlechten Eindruck, wenn geschnalzt wird. Schnalzen ist ein Zeichen dafür, dass die Hilfen des Reiters nicht beim Pferd ankommen und er oder sie diesem offensichtlich nicht anders vermitteln kann, was es tun soll.
3. Das Pferd sollte nicht lernen, dass Schnalzen eine vorwärtstreibende Reiterhilfe sein kann. Somit sollte das Schnalzen bei der Arbeit mit seinem Pferd von Beginn an unbedingt vermieden werden, ob nun beim Führen, Longieren oder Reiten, ob von oben oder von unten, damit das Pferd gar nicht erst erlernt, was es zu bedeuten haben könnte. Bei Pferden, die man schon als Fohlen oder junges Pferd mit Schnalzen zum Vorwärtsgehen animiert hat, ist es schwierig bis unmöglich, ihnen dies wieder abzugewöhnen. In diesem Fall tritt automatisch Punkt 1 in Kraft, und das erklärt auch, warum es so wichtig ist, dass niemand schnalzt.“

Wenn man mal bewusst darauf achtet, wie viele Menschen im Umgang mit Pferden bei verschiedenen Situationen schnalzen, merkt man erst, wie sehr das verbreitet ist, und zwar insbesondere bei jüngeren Reitern.

Um das mal auf einen Punkt zu bringen: Meiner Meinung nach erkennt man einen guten Trainer daran, dass er so gut wie nie schnalzt und das auch an die Reitschüler weitergibt. Wenn ein guter Trainer dennoch schnalzt, wird man feststellen, dass er das nur dann macht, wenn keine anderen Pferde in der Nähe sind, und oft meint er eher den Reiter als das Pferd bei dieser akustischen Aufforderung.

So, das wollte ich doch einmal hier zum Besten geben, wohlwissend, dass jetzt viele Trainer und Trainerinnen und sonstige Pferdemenschen verständnislos mit den Augen rollen werden und mich für völlig durchgedreht halten, weil ich dieser Unart so viel Bedeutung beimesse.

(Schilda-Salat) 04. April 2026

Die aktuelle Diskussion über eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Deutschlands Autobahnen aufgrund der hohen Spritpreise, die durch den Irankrieg verursacht werden, hat mich dazu veranlasst, eine weitere Leseprobe meines ersten Gedichtbandes hier hinzuzufügen.

Ich glaube, dass die Menschen intelligent genug sind, zu wissen, dass eine mehr oder weniger konstante Durchschnittsgeschwindigkeit von 130km/h spritsparender ist als höhere Geschwindigkeiten und entsprechend eine mehr oder weniger durchschnittliche Geschwindigkeit von 100km/h wiederum spritsparender als 130km/h. Autofahrer, die also Sprit sparen möchten, tun das schon jetzt. Dennoch bin ich für eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 130km/h. Und zwar aus Sicherheitsgründen, um Unfälle und Unfalltote und auch Staus vor Baustellen zu vermeiden. Raser und Drängler, die meist an den zahlreichen Unfällen schuld sind, würden endlich in ihre Schranken gewiesen und nicht mehr andere Verkehrteilnehmer gefährden.

Das Hobby "Hypermiling" ist ein angenehmer Nebeneffekt, der einen nicht unerheblichen Beitrag zum Umweltschutz und der CO₂ - Vermeidung bietet.

Nun also auf zu meiner neuen Leseprobe! 

Leseprobe: Schilda-Salat

Wollt ihr eine Reise planen,
Ists schwer mit Deutschlands Autobahnen:
Denn im Land der freien Fahrt
Herrscht der reinste Schildersalat.

100, 80, 120 wechseln sich hier fleißig ab,
Auf nicht mehr als 1000 Metern halten Schilder uns auf Trab!
Ohne Grips und ohne Sinn,
Knallt man sie da grad mal hin.

Wie in Schilda: Deutschlands Straßen!
Vieles Humbug, ohne Zweck!
Dadurch Staus über die Maßen,
Raser interessierts ´nen Dreck!

Und dadurch wird es gefährlich!
Sein wir doch mal wirklich ehrlich:
Schilder werden ignoriert,
Rennen gibts, oftmals zu viert!

Eine Marke sticht hervor,
Kommen sich so vor wie Thor,
Manchmal auch wie Iron Man,
Rufen: „Catch me if you can!

Fahren viel zu dicht auch auf!
Führt zu Unfällen, zuhauf!
Halten sich an kein Gebot,
Sind oft schuld am Unfalltod!

Schilder werden ignoriert!
Und es wird nicht kontrolliert!

Ach, wie einfach wärs in Deutschland,
Würd man von den anderen lernen.
Eine Regel hätt Bestand,
Schilder könnte man entfernen!

130: Autobahn!
Alle würden gleich schnell fahrn!
Baustellen ganz ohne Stau:
Herrlich stressfrei, zeitgenau!

Und es wär vielleicht nicht schlecht,
Und vor allem sehr gerecht,
Wenn man den dann kontrolliert,
Der die Regel ignoriert!

Geld käm in die leeren Kassen,
Könnt man anderswo verprassen!
Endlich könnt man Urlaub planen,
Auf den leeren Autobahnen!

Hätte noch zwei Gut-Aspekte:
Hypermiling: Spar-Effekte!
Umweltschutz, ganz groß geschrieben!
CO₂ würde vermieden!

Alles könnt so einfach sein,
Aber viele sagen: Nein!
Schern sich um kein Menschenleben,
Negligieren Nachhaltigkeitsstreben.

Schade, dass der Mensch so dumm ist
Und auch häufig mal vergisst,
Dass auch, wenn der Mensch vergeht,
Diese Welt sich weiterdreht!

Zukunft heißt das Zauberwort!
Denn es gibt nur diesen Ort!
Liebe Erde, du brauchst uns nich,
Aber wir, wir brauchen dich!

Amys reitstunde: Momente der verbundenheit

Erleben Sie einen berührenden Einblick in das Leben auf unserem Hof, dargestellt durch eine typische Reitstunde unserer Enkelin auf der Trakehnerstute Amy. Diese Szene voller Wärme und Verständnis verdeutlicht die besondere Bindung zwischen Mensch und Tier und lässt Sie die Magie des Reitens spüren. Eine Geschichte, die Herz und Seele berührt.

 

 

 

 

 

 

 

Leseprobe: Lisa und Amy - die 3. Trainingseinheit (17. Oktober)

Heute hat Lisa ihre dritte Trainingseinheit auf Amy. Das Wetter ist trocken und leicht bewölkt. Wir haben nur 7°C, und gefühlt ist es noch etwas kälter, da ein leichter Wind weht. Ich bin froh, dass die Wiesen seit gestern doch wieder auf sind. Dann hat sich Amy vormittags schon etwas bewegt und konnte sich an dem leckeren Gras und dem Klee erfreuen. Das ist gut für ihre Psyche und ihre Ausgeglichenheit.

Folgende Problematik hat sich gestern Nachmittag ergeben: Der Fensterputzer kommt, und da er auch die Spiegel in der Reithalle putzen soll (am Wochenende haben wir hier auf der Reitanlage ein kleines Turnier, und dafür soll alles strahlen und glänzen), wird ab 14 Uhr die Reithalle gesperrt. Das bedeutet, dass wir unsere „Lerneinheit“ nicht in der Halle abhalten können. Wir müssen entweder nach draußen auf einen der Außenplätze gehen oder lassen die Stunde ausfallen. Als ich diese Info am Montagnachmittag auf mein Handy bekomme, informiere ich sofort Mama Julie, Lisas Mutter. Die Antwort kommt prompt:

„Ach, das wird auch gehen. Bis morgen! 😊“

Mama Julie und Lisa wollen um 14:30 hier sein. Inzwischen scheint strahlend die Sonne, und es zeigt sich ein fantastischer blauer Oktoberhimmel. Auch die Temperaturen sind etwas gestiegen, der Wind hat deutlich nachgelassen. – "Na also – geht doch", denke ich. Um 14:15 frage ich den netten Fensterputzer, der auf einer Leiter stehend damit beschäftigt ist, die Spiegel in der Reithalle zu putzen, wie lange er wohl noch braucht, und er antwortet mir: “In 10 Minuten bin ich fertig.“ „Bestens“, gebe ich mit einem Lächeln zurück und denke bei mir: "Na prima, dann kann ja nichts schiefgehen."

Da Mama Julie und Lisa noch nicht da sind, gehe ich mal bei Amys Box vorbei, um zu checken, wie das werte Befinden der Prinzessin ist. Das werte Befinden ist im Mittagsschlaf-Modus. Die kleine Stute hat sich hingelegt und schnarchelt ein bisschen vor sich hin. Ich störe sie nicht und denke: "Sehr gut, dann ist sie ganz relaxt."

Somit beschäftige ich mich mit der Vorbereitung des Snacks, den sie nach der Trainingseinheit zur Belohnung bekommen soll. Möhrchen und Müsli und ein wenig Mash gibt es heute. Anschließend schnappe ich mir eine Möhre und schaue noch mal bei Amy vorbei. Siehe da, sie ist aufgewacht und steht. Da kommen auch schon Mama Julie und Lisa durch die Stallgasse auf uns zu.

Lisa kratzt in der Box die Hufe aus, legt Amy das Halfter an und führt sie am Strick aus ihrer Box heraus. Sie bindet Amy an einer Stange der Boxenwand an. Ich zeige Lisa noch einmal, wie man einen Knoten macht, den man schnell bei einer möglichen Panik des Pferdes lösen kann. Der Strick ist mit einem sogenannten Panikhaken versehen. Auch dies ist eine sinnvolle Erfindung und Sicherheitsvorrichtung, die wir meines Wissens den 80-er-Jahren verdanken. Ein Panikhaken lässt sich bei einer Panik des Pferdes schnell und leicht mit einer Hand durch Herunterziehen des metallenen Mittelstücks vom Halfter des Pferdes lösen, selbst wenn schon ein starker Zug auf dem Strick herrscht. Das ist ein entscheidender Vorteil gegenüber einem Strick mit Karabinerhaken. Einige Panikhaken sind bei Überlast selbstöffnend.

Lisa putzt Amy ruhig und gewissenhaft. Sie fettet die Hufe von innen und außen mit Huffett ein. Vorne bekommt Amy Gamaschen und außerdem Sprungglocken, damit sie sich nicht aus Versehen ihre Vordereisen abtreten kann. Ich sattle sorgfältig und mit Bedacht.

Beim Auftrensen zeige ich Mama Julie und Lisa eine neue Übung, die ich Amy beigebracht habe: Ich halte Amy von unten das Gebissstück der Trense unter ihr Maul, indem ich die Trense wie gewohnt mit beiden Händen rechts und links vom Pferdekopf nach oben führe. Amy macht von sich aus ihr Maul auf und beißt quasi von selbst in das Trensengebiss, ohne dass ich einen Finger in die Maulspalte schieben muss. Mama Julie und Lisa sind begeistert. Julie fragt: „Wie bringt man das denn einem Pferd bei?“
Ich antworte wie folgt:
„Ich führe bei jedem Auftrensen das Gebiss von unten ans Maul und an die Zähne. Dabei halte ich das Gebiss in der Hand und stupse es ein paarmal ganz sanft von unten durch die Lippen an die Zähne. Das löst in der Regel eine Art Kaureflex beim Pferd aus, und es öffnet kurz das Maul und nimmt die Zähne auseinander – In diesem Moment schiebe ich schnell das Gebissstück ins Maul. Der Rest des Auftrensens erfolgt dann wie immer, aber was ganz wichtig ist: Sobald das Pferd quasi das Gebissstück von selbst ins Maul genommen hat – LOBEN!“ Ich mache das sofort vor, indem ich „Gut gemacht, Amy“ schnurre und sie sanft am Hals streichle, nachdem ich die Ohren und den Schopf unter dem Genickstück nach vorne gezogen habe. 
Ich erkläre weiter: „Das Pferd lernt das meist nicht sofort, und es kann auch Situationen geben, in denen es abgelenkt ist und man den linken Daumen zu Hilfe nehmen muss, aber mit der Zeit wird genau dieses Von-selbst-ins-Gebiss-Beißen zur Routine werden.“

Das ist eine feine vertrauensbildende Übung und zeigt auch, dass das Pferd vor dem Gebiss und somit der Reiterhand keine Angst hat. Das Pferd verbindet also mit der Tatsache, dass es aufgetrenst wird, keine schlechten Erfahrungen. Da Pferde Schlauberger sind, ist das auch ein Zeichen dafür, dass für sie das Reiten, was ja in der Regel unvermeidbar nach dem Auftrensen folgt, eine nette Abwechslung und gern ausgeübte Art der Bewegung darstellt.  – Und so sollte es ja auch sein. Wir schinden also mit dieser neuen Übung Eindruck, und ich bin sehr stolz auf Amy.

Nun noch das Martingal über den Kopf und um den Hals, aber bitte noch nicht die Zügel durchziehen!
Warum nicht? Weil man das Pferd nicht korrekt führen kann, wenn die Zügel durch die Martingalringe gezogen sind. Merke: Zum Führen des Pferdes nehme ich die Zügel wieder über den Kopf nach vorne. Man erinnere sich: Zum Auftrensen und Abtrensen lege ich ja die Zügel über den Hals.
Warum denn eigentlich?
Ganz einfach: Das hat zwei Gründe, die der Sicherheit von Ross und Reiter dienen:
Erstens: Da ich das Halfter vom Kopf des Pferdes nehme, bevor ich damit anfange, aufzutrensen, steht das Pferd in diesem Moment völlig frei. Sollte es sich erschrecken und weglaufen wollen, habe ich keine Möglichkeit, es bei mir zu halten, und es ist weg – im wahrsten Sinne des Wortes – und ab durch die Mitte. Du hast keine Chance, es irgendwie festzuhalten. Hast du aber die Zügel über den Hals gelegt, wirken diese wie ein Lasso und fangen das Pferd, auch wenn es wegspringt, wieder ein. Ein kleiner Ruck, den es sich selbst beibringt, und es bleibt stehen.
Zweitens: Würde ich auftrensen, ohne dass die Zügel über dem Hals liegen, würden sie nach unten auf den Boden hängen. Das Pferd oder auch ich selbst könnten in die herunterhängenden Zügel hineintreten, und das wäre extrem gefährlich für mein Pferd, mich selbst und letztendlich auch die Trense, die zerreißen könnte. Pferde, wie sie nun mal so sind, neigen dazu, mal einen Schritt nach vorne zu machen oder auch zu scharren – und schon tritt das Pferd in den Zügel oder darauf. Versucht es nun, den Kopf wieder zu heben, geht das nicht, denn es steht ja auf dem Zügel oder darin. Durch den plötzlichen Druck im Genick bekommt es Panik und reißt den Kopf ruckartig hoch. In der Regel zerreißt dann die Trense an der schwächsten Stelle und ist kaputt! Das ist sehr ärgerlich und kann auf die Dauer recht teuer werden. Das Pferd ist dann auf und davon und könnte sich und andere verletzen. Um das zu verhindern, müsste ich die Zügelenden also mit einer Hand hochhalten, was aber sehr unpraktisch wäre, da meine beiden Hände ja mit Auftrensen beschäftigt sind.
Es ist also viel sicherer und praktischer, die Zügel einfach über den Hals zu legen, bevor ich das Halfter vom Kopf des Pferdes herunterziehe und ordentlich aufhänge. Gleiches gilt für das Abtrensen.

Natürlich kann man versuchen, Pferden beizubringen, keine Panik zu bekommen, wenn sie im Maul oder am Genick einen Druck spüren - wir sehen das in jedem Western. Die Zügel werden einfach nach dem Absteigen des Cowboys fallengelassen, und das ist das Signal für das Pferd: Hier soll ich stehen und bleiben. Und in den Western bleiben die Pferde tatsächlich hoch erhobenen Hauptes stehen und rühren sich nicht vom Fleck. Selbst das Gras unter ihren Hufen kann sie nicht reizen.
Was würde aber passieren, wenn ein Cowboy-Pferd doch einen kleinen Schritt nach vorne macht und auf eines der beiden Zügelenden tritt? Bekommt es dann doch Panik? Oder geht es einfach weiter und befreit sich quasi wieder selbst? Das wird im Western nicht gezeigt und einen Cowboy kann ich nicht fragen. Vielleicht kennen die Westernreiter den Trick.
Weil es mich interessiert, google ich das zu Hause. Ich finde den Ausdruck: „Ground Tying“, übersetzt so etwa: „Am Boden festbinden“. Die Erklärung für diese Notwendigkeit stammt laut Internet aus dem Cowboy-Alltag. Da Cowboys während ihrer Arbeit immer wieder absteigen müssen, um sich um Zäune, Rinder oder andere Arbeiten zu kümmern, ist es absolut erforderlich, dass die Pferde lernen, sobald der Zügel auf den Boden hängen, wie angewurzelt stehenzubleiben, als wären sie angebunden. Ob ein solches Pferd, wenn es sich bei einer solchen Übung auf einen Zügel tritt, nicht doch in Panik gerät und die Zügel oder das Zaumzeug zerreißt, konnte ich auf Anhieb nicht finden.

Es ist mir aber im Laufe meiner Karriere als Pferdeexpertin nie geglückt, einem Pferd beizubringen, keine Panik zu bekommen, wenn ein Druck im Genick auftritt. Das kann auch in der Stallgasse am Halfter passieren. Man sagt dazu, dass das Pferd "sich aufhängt". Da ist dann der oben beschriebene Panikhaken am Strick Gold wert, da man ihn schnell öffnen kann.

Da wir also nicht als Cowboys unterwegs sind, denke ich, dass es am einfachsten ist, die Regeln der Vorsicht zu beachten und kritische Situationen einfach zu vermeiden. Also Obacht mit den Zügeln!

Weiter im Text: Lisa führt nun Amy aus dem Stall und hält ab und zu an, damit wir nachgurten können. Das Anhalten hat Amy schon gut gelernt. Auf Stimme: „Haaalt“ und die rechte Hand vor die Brust gelegt bleibt sie brav stehen, und wir können rechts und links die Gurtstrippen jeweils ein Loch kürzer schnallen.

Nun gehen wir gemeinsam in die Reithalle.
Dort reitet inzwischen ein Mädchen ihr Pony. Ich vermute, dass sie gleich von ihrer Trainerin Unterricht bekommen wird, und meine Befürchtung bewahrheitet sich leider.
Wie ich nun von Mama Julie erfahre, hat Lisa auf dem Weg zum Stall ihrer Mutter gestanden, dass sie ein bisschen Muffensausen habe, Amy draußen zu reiten. Das wäre normalerweise kein Problem gewesen, aber jetzt ist es leider zu einem solchen geworden: Ich kann Lisa keinen Unterricht auf Amy geben, wenn gleichzeitig ein weiteres Training stattfindet. Dafür ist das Paar einfach noch nicht routiniert genug. Die zwei brauchen noch meine laute und klare Stimme und Ansage. Was also tun? Zunächst schwingt Lisa die Zügel über Amys Hals, schnallt sie auseinander und zieht sie durch die Martingalringe. Das hat sie schon gelernt und macht es ganz allein. An der Aufstieghilfe steigt Lisa auf. Ich reiche Lisa die Gerte und bitte sie, mit Amy eine große Runde in der Reithalle zu drehen, damit wir erst einmal nachgurten können. Das klappt gut, aber nun kommt der Moment der Wahrheit. Ich schaue also Mama Julie und Lisa an und frage:
„Wollen wir auf den Außenplatz gehen? Hier in der Reithalle wird es heute schwierig mit Unterricht.“ Lisa hat sich inzwischen ein Herz gefasst, da sie gemütlich auf Amy drauf sitzt und sagt etwas zögerlich: „Okay.“ Frohen Mutes fordere ich Lisa auf, zunächst auf die Mittelinie aufzumarschieren und zum Halten durchzuparieren. Sie soll nun von hier aus das geöffnete Hallentor ansteuern und ganz gerade die leichte Neigung hinunterreiten. Ich rufe „Tür frei bitte!“, bekomme die erwartete Antwort „Ist frei!“, und gehe voraus. Amy läuft mir hinterher – dann rechts über den Hof und auf den Longierplatz, der den Vorteil hat, dass er eingezäunt ist und auch eine Stange am Eingang hat, die man zuziehen kann – damit keiner verloren geht!
Die Sonne scheint herrlich vom tiefblauen Himmel.

Los geht’s: Ich erkläre Lisa den Sinn und Zweck der heutigen Trainingseinheit, während sie mit Amy neben mir steht. Mama Julie hört ebenfalls gespannt und interessiert zu. Ich spreche also wie folgt:
„Also Lisa, heute sollst du ansatzweise lernen, wie man ein Pferd an den Zügel reitet und über den Rücken nach vorwärts-abwärts arbeitet. Du hast, anders als bei den Schulpferden, die du sonst reitest, keine Ausbinder. Das bedeutet, du selbst reitest das Pferd so, dass es locker den Hals fallen lässt, willig ans Gebiss herantritt und die Rückenmuskulatur beim Reiten entspannt.“

„Dafür brauchen wir Kenntnisse zur Ausbildungsskala des Pferdes. – Kennst Du die Ausbildungsskala?“ Lisa schüttelt den Kopf.
Somit geht es los – ich erkläre die 6 Punkte, von denen nur der letzte, also sechste Punkt, nämlich die Versammlung, heute noch vernachlässigt wird.
Ich erkläre, während Lisa nun zunächst im Schritt auf dem Hufschlag um mich herumreitet, warum der Takt so wichtig ist und was es bedeutet, wenn ein Pferd nicht im Takt geht – bis hin zu damit verbundenen ursächlichen Lahmheiten - anschließend die Losgelassenheit – dann die Anlehnung! Und nicht zu vergessen: den Schwung! Ich erkläre Lisa, wie wichtig diese ersten vier Punkte der Ausbildungsskala sind – und ich erkläre auch, wie sie die Innenstellung in der Ecke hinbekommen kann. „Mit dem inneren Schenkel gegen die äußere Hand beziehungsweise den äußeren Zügel treiben und quasi in die Ecke drücken, dabei innen den Zügel etwas nachfassen und mit der inneren Faust einen Schwamm ausdrücken. Gleichzeitig die äußere Hand tief halten und ganz minimal nach unten und außen drücken.“
Lisa macht´s und sofort reagiert Amy mit einem zufriedenen Abknicken im Genick und zufriedenem Kauen. Wohlgemerkt sind wir im Schritt unterwegs. "Fein", sage ich.

Ich fordere Lisa nun auf, mit Amy anzutraben. Amy ist munter, und die Tatsache, dass wir draußen reiten, kommt ihrem natürlichen Vorwärtsdrang klar entgegen. Dadurch hat es Lisa viel einfacher.
Lisa setzt ihre Unterschenkel, ihre Absätze und die Gerte ein, ohne dass sie Amy mit den Hilfen überfällt. Vorne hält sie das Zügelmaß unverändert. Ihre Hände sind ruhig. Amy reagiert sehr gut und durch dieses verbesserte Tempo, schwingt sie automatisch mehr und lockerer durch den Rücken. Wie von selbst verbessert sich Amys Maultätigkeit, sie kaut zufrieden und knickt ganz leicht im Genick etwas mehr ab. Sie schnaubt und brummelt zufrieden und streckt sich zunehmend nach vorwärts-abwärts. Sie wölbt ihren Hals leicht nach oben, ohne sich eng zu machen und die Anlehnung ist, fast wie von selbst, verbessert.
Dies geschieht im Trab und später im Galopp, während Lisa ihr Zügelmaß mit tiefen, ruhigen Händen unverändert beibehält. Dadurch hat sie Amy immer schön vor sich. Sie stört die Stute nicht im Maul und kommt nicht im Entferntesten in die Versuchung, rückwärts zu reiten. Dies ist ein schönes Beispiel dafür, dass Pferde sich ihren Weg in die Tiefe und Anlehnung ganz von selbst suchen, wenn man sie nur lässt.

Ich rufe Lisa zu: „Merkst du, wie zufrieden sie jetzt trabt und sich abkaut?“ Lisa nickt und strahlt. „Die Ausbildungsskala funktioniert nicht nur in eine Richtung!“, rufe ich ihr zu. „Aus dem Schwung, der ja erst an vierter Stelle steht, erfolgt eine verbesserte Anlehnung und auch eine verbesserte Losgelassenheit. Es sind also fließende Übergänge, die alle wichtig sind und sich gegenseitig beeinflussen und bewirken!“

Inzwischen haben wir etwa fünf bis zehn Minuten getrabt und es ist Zeit für Galopp, damit Amy nicht zu müde wird. Außerdem löst sie sich im Galopp doppelt gut. Lisa ist auf der rechten Hand. Ich rufe ihr zu: „An der nächsten kurzen Seite galoppierst du an!“ Mit Stimme unterstütze ich sie: „Jetzt!“ – „Jetzt!“ – „Jetzt!“ – immer in der Schwebephase, wenn Amys inneres Vorderbein nach vorne schwingt. Beim dritten „Jetzt!“ galoppieren die zwei. Na fein - wieder etwas gelernt – ,Amy springt nämlich sehr korrekt und präzise auf Hilfe an, wenn sie korrekt gegeben wird. Das kommt durchs Üben! „Lange Seite schön schwungvoll nach vorne!“ Die zwei machen das großartig. Amy springt schwungvoll und locker nach vorne. Die Ecken werden abgekürzt, aber das ist im Moment unerheblich.
Amy trägt sich auf den gebogenen Linien und nimmt sich von selbst etwas auf, indem sie mehr mit der Hinterhand unterspringt und sich vorne etwas größer macht.

Ich rufe: „Prima macht ihr das. Durchparieren zum Trab!“ Indem Lisa einfach passiv sitzt und aufhört, mit dem inneren Schenkel zu treiben, fällt Amy in einen lockeren Trab. Ich rufe: „Nutze den Schwung aus, den sie jetzt hat, reite sie nach vorne und mach einen Handwechsel! Durch die ganze Bahn wechseln!“

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Der goldene kreis: Eine tiefgründige philosophie

Neben emotionalen Reitszenen tauchen wir in die tiefere Bedeutung des "Goldenen Kreises" ein. Was verbirgt sich hinter diesem Konzept, und wie prägt es unsere Philosophie rund um Pferde und Reiter? Dieser Auszug lädt Sie ein, über Zusammenhänge nachzudenken und eine neue Perspektive auf Harmonie und Miteinander zu gewinnen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Leseprobe: Der "Goldene Kreis" (30. September)

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Die sogenannte Ausbildungsskala des Pferdes, stellt das Ausbildungssystem des Pferdes in der klassischen Reitlehre dar.

Ich würde aber gerne noch einen Schritt weiter gehen und möchte dem Ganzen noch einen Rahmen geben! Und zwar einen Rahmen in Form eines Kreises, der das klassische Dreieck, von außen einrahmt. Denn ich bin der festen Überzeugung, dass die Ausbildungsskala immer im Zusammenspiel mit gegenseitigem Respekt, Vertrauen und Achtung zwischen dem Pferd und seinem Menschen einhergehen muss, um zu einer erfolgreichen und harmonischen Partnerschaft führen zu können. Ich würde sogar so weit gehen wollen, diesen, wie ich ihn nennen möchte: „Goldenen Kreis“, mit der Ausbildungsskala zu multiplizieren! Das Ergebnis dieser Multiplikation ist die erfolgreiche Partnerschaft in Harmonie zwischen dem Pferd und dem Menschen!
Dieser Goldene Kreis könnte meiner Meinung nach auch sehr gut mit dem Ausdruck „Horsemanship“ zusammenfassend umschrieben werden.

Meine grafische Darstellung der Ausbildungsskala ist somit um diesen umfassend rahmenden Goldenen Kreis ergänzt!

Die Gleichung lautet also in meinen Augen wie folgt:

 

„Goldener Kreis“  x  „Ausbildungsskala“

=

„Erfolgreiche Partnerschaft in Harmonie zwischen Mensch und Pferd“

 

Übrigens bin ich auch der festen Überzeugung, dass diese Kombination nicht nur bei der klassischen Reitlehre ihre Berechtigung hat, sondern immer dann, wenn sich Menschen mit Pferden partnerschaftlich zusammentun.

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Verse, die zum nachdenken anregen: zwei leseproben zu demokratie und artenschutz

Unser Gedichtband bietet mehr als nur schöne Worte – er regt zum Nachdenken an. Lesen Sie zwei ausgewählte Gedichte, die sich den wichtigen Themen Demokratie und Artenschutz widmen. Diese Verse sollen nicht nur berühren, sondern auch inspirieren, über unsere Verantwortung nachzudenken und sich für eine bessere Welt einzusetzen.

Leseprobe: Miss Liberty

Miss Liberty wird sie genannt,
Ist auf der ganzen Welt bekannt –
Von Weitem hoch sie ragen sieht,
Wer aus der Alten Welt entflieht.

Im Hudson voller Stolz und Mut
Tut sie gequälten Seelen gut!

Sie taucht empor aus Wassers Front,
Die Fackel blitzt am Horizont –
Gestreckt der Arm, der hoch sie hält,
Damit sie nicht ins Wasser fällt!

Von purem Gold die Flamme brennt,
Vom Himmel sie kaum etwas trennt!
Die Strahlenkrone göttergleich,
Libertas weist ins Weltenreich.

Im Kosmos gibts wohl kein Symbol,
Das mehr verkörpert Menschenwohl!

Einst ein Geschenk vom Freunde Frankreich –
Per Dampfer kam sie übern Teich:
Zur Hundertjahrfeier errichtet,
Seither stets der Moral verpflichtet!

Den Independence Day im Arm,
Von hier kommt plötzlich der Alarm:

Denn was geschieht in diesen Zeiten?
Droht unsere Demokratie uns zu entgleiten?
Wenn böse Geister sich vermehren,
Allerorts Hass und Zwietracht säen?

Brauchts jetzt nicht ein Symbol der Einheit?
Für Zuversicht, für Recht und Freiheit?
Wärs an der Zeit, dass sie erwacht?
Vom Sockel steigt mit ihrer Macht?

Bereits geschehn vor vier Dekaden
Im Film vor Hollywood-Fassaden:
Die bösen Geister mussten weg –
Drum kam die Göttin um die Eck!

Miss Liberty, halt dich bereit,
Wir bitten dich zum großen Fight!
Für Freiheit, Gleichheit, Menschlichkeit,
Demokratie, Barmherzigkeit!

Vielleicht solltest du dich jetzt regen,
Um Poltergeister wegzufegen!

Sie ruft: „Ich bin jetzt aufgewacht!
Feinde der Menschheit, nehmt euch in Acht!
Respekt und Achtung braucht die Welt,
Damit sie nicht in Stücke fällt!
Helft alle mit, ob groß, ob kleiner,
Gemeinsam stark: so wie sonst keiner!
Seid klug, stets weise und zeigt Mut,
Dann wirds auf Erden wieder gut!“

 

Leseprobe: La Mer

Wenn man bedenkt, dass fast drei Viertel
Der Erde unter Wasser steht,
Wundert es nicht, dass vielen Menschen
Dies Element sehr nahe geht.

Das Segeln ist ein schöner Sport,
Der Wind trägt einen weit hinfort!
Hier kann man wunderbar entspannen,
Ganz hart am Wind ziehn wir von dannen!

Man sieht von fern Delfine springen,
Die Freud in unsre Herzen bringen –
Die Luft ist klar, das Atmen frei,
Die Lungen füllen sich – juchhei!

Herrlich erkennst du ohne Google,
Mensch, diese Erde ist ´ne Kugel!
Drum macht sie bitte nicht kaputt!
Es gibt doch schon viel zu viel Schutt!

Und Überfischen, gar nicht gut!
Seid bitte davor auf der Hut!
Der Orca, eins der schlausten Wesen,
Hat schon erkannt: „Das wars gewesen!“

Er kann doch seine Family
Nicht mehr ernähren! Das gabs noch nie!
Hat er denn weniger Recht zum Leben
Als Menschen, die nach Reichtum streben?

Ich sage nein! Das darf nicht sein!
Bremst eure Gier! Seid nicht wie Kain.
Der Brudermörder hats versemmelt
Und hat so die Moral verstümmelt!

Versucht den Tieren das zu geben,
Wonach wir alle doch so streben:
Zufriedenheit, ganz ohne Gier!
Sonst gibts uns bald auf Erden nicht mehr hier!